Bei „Knallhart durchgenommen” fangen wir auch gleich mit dem größten Problem an, das sich leider wie ein roter Faden durch das gesamte Spiel zieht.
UPDATE: Fehlerbehebung der Übersetzung
Liebe Spielerinnen und Spieler ein kurzes Update nach unserer Kritik im Blog zwecks der Übersetzung im Spiel ,die wir mit euch hier teilen wollen.
-wir möchten euch über den aktuellen Stand bezüglich des Übersetzungsproblems informieren. Leider ist der Fehler noch nicht vollständig behoben. Aktuell müsst ihr die App neu starten, um sicherzustellen, dass das Kapitel auf Deutsch fortgesetzt wird. Wir empfehlen, dies regelmäßig zu tun, bis der Entwickler eine endgültige Lösung bereitstellen kann. Die Bugs mit den falschen Charakternamen in Mission zwei besteht dennoch weiterhin!-
Das Spiel zeigt in den ersten drei Missionen des Hauptspiels durchaus vielversprechende Ansätze und bietet ein ansprechendes und vor allem atmosphärisches Spielerlebnis. Eine wunderschöne Musikuntermalung erinnert an bekannte App basierte Cthuloide Brettspiele . Jedoch treten ab Mission 3 gravierende technische Probleme auf, die den Spielspaß erheblich mindern.
So kann man auf einmal Orte besuchen, die eigentlich für die eigene Farbe des Charakters blockiert ist. Das zeigt sich unter anderem dadurch, dass Charaktere mit falschem Namen angesprochen werden und die kompletten Dialoge als neu gekennzeichnet sind und abgehandelt werden können – mit falschem Namen der Charaktere natürlich. Diese Fehler sind nicht nur ärgerlich, sondern beeinträchtigen auch die Immersion und den Fluss der Geschichte.
Ab Mission 3 ist im Hauptspiel ein Fehler im Programm der die Sprachen von Deutsch auf Englisch von selbst wechselt. Das wurde unter anderem auch bei BGG festgehalten und hier im Update weiter oben beschrieben. Das ist Plattformsystem übergreifend und kein Fehler eines einzelnen! Um das Problem kurzzeitig zu beheben, muss die APP komplett Neu gestartet werden. Negativ anzumerken ist dem Spiel auch, dass jedes Gespräch neu ausgewürfelt werden muss, um mit einem NPC zu interagieren. Ich würfle gerne, darum spiele ich auch Brettspiele, aber hier wird ständig etwas ausgewürfelt, was am Ende nur eine reine Würfelorgie wird, ohne dass man viel weiter in der Story kommt, selbst bei bestandenen Proben! Das heißt, selbst nach der siebten Befragung am selben NPC, was keine Seltenheit ist, muss erst einmal ausgewürfelt werden, ob der gleiche Spielcharakter noch einmal mit ihm sprechen darf. Dies wirkt wenig logisch und frustriert auf Dauer. ! So sitzt man meistens eine gefühlte Ewigkeit ohne nennenswerten Fortschritt an einem NPC fest, um überhaupt an irgendwelche Informationen zu kommen, nicht wegen der falschen Fragen, sondern nur wegen des ständigen Wiederholens des gleichen Würfelwurfs derselben Probe!
Das wird schnell nervig, da man meistens nur eine Frage stellen kann, wenn es mehrere Auswahloptionen gibt. Selbst wenn man sich schon am selben Ort befindet, speichert das Spiel dies nicht, sondern man muss den Ort immer wieder aufs neue an navigieren, um der App zu signalisieren, wo man sich gerade auf dem Brett befindet. Das kann man anders lösen, wie „Villen des Wahnsinns” schön zeigt!
Bisher wird auch keine einzige Taktik oder Strategie benötigt, man klickt sich einfach durch die Fragen, bis man die richtige ausgewählt hat, und geht zum nächsten Punkt weiter. Bei Point-and-Click-Spielen würde man dies als stupides Abklicken einzelner Möglichkeiten bemängeln, hier wird es wohl als positiv bedacht. Ansonsten lieben wir Spiele mit App-Unterstützung, siehe oben „Villen des Wahnsinns”, das es einfach perfekt wiedergibt. Ich könnte hier noch viel mehr schreiben, aber das würde den Rahmen sprengen.
Die Spielcharaktere sind durchweg sehr blass. So werden die Spieler mit ihnen in die Stadt geworfen und sollen nach nur ein paar Dialogen Entscheidungen treffen, die einem gerade am Anfang des Spiels total irrelevant vorkommen oder so tiefgreifend sind, das wichtige Informationen zu einer Spielübergreifenden Entscheidung einfach fehlt. Das beste Beispiel ist John: Seine Frau wurde ermordet, was nur durch wenige Texte nebenbei am Tatort erzählt wird. Daraus soll man schon etliche Schlüsse ziehen und Mitleid mit einer Person haben, die im gesamten Spiel blasser bleibt als ein Meeple bei Mensch Ärger Dich Nicht. Es gibt kaum Hintergrundinformationen des spielbaren Charakters, alles wird nur an der Oberfläche angekratzt. Hätte man diese Charaktere mit in die Erweiterungen integriert, um sie zu spielen, hätte man so eine Tiefe schaffen und die Charaktere wirklich zum Leben erwecken können. Doch was will man von einer Plastikfigur auf einem Spielbrett mehr erwarten, als sie nur hin und her zu schieben?
Auch spielen sich die Charaktere sehr ähnlich. Durch das Verschieben der Talentsteine auf dem Tableau kann jeder Spieler sowohl zum Magier als auch zum Superdetektiv werden. Diese Flexibilität sorgt zwar dafür, dass es keine klaren Stärken oder Schwächen zwischen den Charakteren gibt. Dennoch verliert das Spiel etwas an Glaubwürdigkeit, wenn der Detektiv auf einmal zum Magier aufsteigt und die eigentliche Magierin zur Verhandlungskünstlerin und dadurch kaum zum Zaubern kommt! Die Varianz entsteht lediglich durch die Talentkarten, die unterschiedliche Möglichkeiten bieten. Dennoch bleiben alle Charaktere im Kern gleich.
So ist das Ganze im Hauptspiel bereits nach vier Kapiteln erledigt. Am Ende haben wir zwar einen mysteriösen Fall abgeschlossen, der uns mit einiger Fantasie in die Handlung hineingezogen hat. Vor allem, da die Missionen trotz mancher Fehlentscheidungen auch nicht besonders lang sind,wären da nicht die oben genannten Würfelproben ,die das ganze in die Länge ziehen. Man hätte beide erwerbbaren Erweiterungen mit den alten Charakteren verbinden können, doch das war angeblich nicht möglich. Ach ja, stimmt, das Spiel wurde ja auch nur von Menschen programmiert. Aber naja, im Moment ist das Hauptspiel leider das schwächste Glied in der Kette weiterer storybasierter Spiele.
Ein positiver Aspekt des Spiels ist, dass man durch kleine in geringer Anzahl verfügter Aufgaben, die nicht relevanter sind als ein Würfelwurf, Geld verdienen kann. Statt aber eine richtige Nebenaufgabe, wie beispielsweise ein Objekt von A nach B zu bringen, soll man ein Spiel spielen, das nach nur einem Dialog mit dem Wurf der Würfel endet. Schade ist nur, dass die Händler, die es durchaus im Spiel gibt, schnell uninteressant werden und man sich das Geld anderweitig aufhebt, um an eventuelle Informationen zu kommen. Auch hier wurde die Chance vertan und die Immersion auf das Minimum reduziert. Ich weiß, es ist nur ein Brettspiel, aber es wurde immerhin mit Freiheiten beworben, die kaum ein Spiel bietet.
Negativ anzumerken ist auch, dass die MapTiles unterschiedliche Qualitäten aufweisen. Manche haben wunderschöne Illustrationen/Artworks, bei manchen könnte man denken, da musste etwas auf die Schnelle beendet werden. Auch ist das sehr kleine Spielbrett von New Orleans viel zu dunkel geraten, da man meistens genauer hinschauen muss, wo jetzt ein Marker oben abgelegt werden muss. Daher haben wir das irgendwann aufgegeben und die Marker einfach frei platziert.
Positiv wiederum sind die Artworks auf dem Spielertableau, die wirklich wunderschön sind, und die Speicherfunktion, die einwandfrei funktioniert!
Angesichts der zahlreichen technischen Probleme und der unzureichenden Übersetzung rät unsere Spielgruppe vorerst vom Kauf des Spiels ab, bis die meisten Fehler behoben sind oder zumindest eine vollständige Übersetzung vorliegt. Das ständige Hin- und Herspringen zwischen verschiedenen Sprachen ist auf Dauer lästig und trägt nicht zur Benutzerfreundlichkeit bei. Daher vergeben wir vorerst lediglich 2 von 6 Punkten. Sollten die genannten Mängel behoben werden, könnte das Spiel durchaus 4 bis 5 Punkte wert sein, was eine positive Wendung in der Bewertung darstellt.







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