UltraQuest - Kurz Review und persönliche Einschätzung

UltraQuest

vier wackere Recken durchstreifen ein sagenumwobene Königreich namens Ultimor, stets auf der Suche nach unentdeckten Abenteuern, denn Gold, Ruhm und Ehre sind ihr begehr! Sammle sagenhafte, magische Gegenstände und werde dadurch mächtiger. Wenn du mit Verstand agierst, könnte es dir gelingen, am Ende deiner Reise den legendären Schatz zu entdecken und als ewiger Held von Ultimor in die Geschichte einzugehen.

In diesem Rollenspiel oder auch Pen und Paper nutzt man, im Gegensatz zu anderen Rollenspielen, nicht nur einen Charakter, sondern gleich eine vierköpfige Heldengruppe. Die zu Beginn frei erstellt werden können. Die Erschaffung geht dabei recht einfach. Man wählt für jeden Helden eine Archetypische Rollenspiel Rasse neben Halbling, Mensch und Elf gibt es Halbork und Zwerge und noch ein paar mehr. Danach wählt man eine Klasse hier leider nach Beruf benannt.(Kämpfer, Dieb, Waldläufer, Magier, Kleriker um ein paar zu nennen. Die vier Grundwerte (Bewegung, Stärke, Geschicklichkeit und Intelligenz) sind schon festgelegt , so muss dann nur noch eine oder zwei Fertigkeiten aus dem Berufsfeld gewählt werden. Hat man das für jeden der  vier Helden gemacht, legt man sich noch eine Startausrüstung mit dem Anfangsgold ,was wir nicht erwürfelt haben sondern gleich die 100 Goldstücke genommen haben,zu und dann kann es nach vielleicht 30  Minuten schon losgehen. 

Für diejenigen, denen das zu aufwendig ist, gibt es auch vorgefertigte Heldengruppen. Allerdings raten wir davon ab, da man so oft nicht vollständig versteht, wofür die einzelnen Attribute gedacht sind oder wie sie im Spiel genutzt werden.

Der Spielablauf selbst ist nach kurzem regel studieren recht einfach gehandhabt. Auf einer Karte der Region wird der Standort der Gruppe festgehalten. Von dort aus kann man sich pro Runde ein Feld weiter in ein benachbartes Gebiet bewegen oder eine Begegnung auf dem aktuellen Feld nutzen. Zusätzlich stehen Sonderaktionen wie Ausruhen, Trainieren oder Lernen zur Verfügung. Nachdem ein Spieler seine Aktion abgeschlossen hat, ist der nächste an der Reihe. Dies macht man so lange, bis ein Spieler 100 Ehre verdient oder den legendären Schatz gefunden hat. Bis es so weit ist, werden aber etliche Monde vergehen. Selbst nach mehreren Stunden hatten wir kaum Erfolg annähernd diese Ehre zu erreichen, da diese mit etwas Würfelpech einem auch recht schnell wieder genommen werden kann. Für Personen mit weniger Ausdauer würde ich daher empfehlen, das Ziel auf nur 50 Ehrenpunkte zu reduzieren, um den Spielspaß zu erhöhen und Frustration zu vermeiden.

Wie funktioniert UltraQuest?

UltraQuest funktioniert durch einfache Spielmechaniken. Um eine Begegnung auf einem Feld auszulösen, würfelt man mit zwei 10-seitigen Würfeln, wodurch eine Zahl zwischen 1 und 100 entsteht. Der benachbarte Spieler schgt daraufhin im Abenteuerbuch die entsprechende Zahl nach, passend zu dem Gebiet, in dem sich die Heldengruppe befindet, und liest einen kurzen Textabschnitt vor. Die Beschreibungen dieser Begegnungen sind unserer Meinung nach oft etwas zu knapp, äußerst kindgerecht und gelegentlich zu naiv gestaltet. Das Ereignis stellt entweder eine festgelegte Auswirkung dar oder bietet dem Spieler die Möglichkeit, zwischen mehreren Optionen zu wählen.

Im Spiel kommt es oft auch zu mpfen, die recht einfach gestaltet sind. Der Spieler würfelt für jeden seiner am Kampf teilnehmenden Helden mit einem W6 und addiert die Kampfstärke hinzu. Diese ergibt sich aus den Werten für Stärke oder Geschicklichkeit im Fernkampf sowie etwaigen Waffenboni. Der Vorleser würfelt auf gleiche Weise für die Gegner, deren Werte im Buch vorgegeben sind. Der höhere Gesamtergebniswert entscheidet über den Sieger der Runde. Um festzustellen, ob eine Wunde zugefügt wurde, wird die Differenz der beiden Würfe berechnet und ein eventueller Rüstungswert abgezogen. Verbleibt ein positiver Schaden, erleidet der Gegner oder der Held eine Wunde, die innerhalb der Gruppe aufgeteilt werden kann. Der Kampf ist beendet, sobald eine Wunde verteilt wurde. Sollte keine Wunde entstehen, folgt eine weitere Kampfrunde. Spätestens nach drei Kampfrunden endet der Kampf jedoch in jedem Fall.
 

Zum Schluss wird das Resultat der Begegnung vorgetragen und der nächste Spieler ist an der Reihe. In der Regel besteht dieses aus einer Belohnung (Ruhm, Ehre, Gold, Ausrüstung,…) oder aus dem Verlust von eben diesen Dingen.

Ein weiterer Teil des Spiels ist, wie es sich für ein Rollenspiel gehört, die Charakterentwicklung. Aber  die gestaltet sich für unseren Geschmack zu einfach. Unter gewissen Bedingungen kann man eine Sonderaktion ausführen, dafür Ruhm und gegebenenfalls auch Gold ausgeben, um einen seiner Grundwerte zu verbessern oder eine zusätzliche Fähigkeit zu erlernen. Leider bleibt auch die Vielfalt der Ausrüstung eher begrenzt. So gibt es beispielsweise lediglich ein Kettenhemd oder eine Rüstung, jedoch keine Stiefel, Handschuhe oder Helme. Wir haben diese einfach eigenhändig ergänzt schließlich, was wäre ein Krieger schon ohne eine passende Kopfbedeckung?

Fazit

In meinem Fazit möchte ich zunächst die negativen Aspekte des Spiels beleuchten, um anschließend auf die positiven Eindrücke einzugehen. Also bleibt bitte bis zum Ende dran.

Mit einem Preis von 60 € befindet sich „UltraQuest“ im oberen Preissegment, vor allem wenn man die Konkurrenz siehe Starfinder betrachtet. Der Blick auf alternative Angebote zeigt oft günstigere Optionen, die auch mehr Inhalt bieten. Die Qualität des Spiels ist akzeptabel, trotzdem hätte ich mir eine robustere Verpackung und einen stabileren Spielplan gewünscht. Der derzeitige Zustand erinnert eher an einen dünnen Schuhkarton.

Das sind eure 60 Euro meine lieben
 

In der Box finden Spieler einen DIN-A3-Spielplan des Königreiches Ultimor, der ausgesprochen schlicht gestaltet ist. Dazu kommt ein farbiges Regelheft sowie ein 84-seitiges, schwarz-weißes Ereignisheft. Anstatt vorgefertigter Spielmarker müssen diese ausgeschnitten werden, was ich als unnötigen Nachteil empfinde. Warum sie nicht in einem Stanzbogen beiliegen, bleibt für mich ein Rätsel.

Die Ausstattung umfasst zudem 90 Abenteurerbögen, 20 Gruppenbögen, 4 DIN-A5-Übersichtstafeln, 16 Würfel (W6 und W10/100) sowie 6 Spielfiguren im klassischen Brettspielstil – keine Plastikfiguren oder Ähnliches. Obwohl die Menge der Inhalte durchaus beeindruckend erscheint, entspricht sie letztlich nur dem Papierwert.

Trotz dieser Punkte muss ich anmerken, dass „UltraQuest“ durch seine lange Spielzeit und den damit verbundenen Spaß punktet. Ingesamt bietet das Spiel eine interessante Erfahrung, die Fans von Brettspielen überzeugen sollte, auch wenn einige Details verbesserungswürdig sind.

Das Spiel weist aus der Perspektive eines Vielspielers einige Schwächen auf. Positiv hervorzuheben ist zwar die Einfachheit der Mechaniken, doch genau hierin liegt auch gleichzeitig eine Schwäche. Die Begegnungen eigentlich das Herzstück des Spiels werden vollständig durch Würfeln entschieden, wodurch das Spielerlebnis stark vom Glück abhängt. Gleiches gilt für die Kämpfe. Auch wenn man diese mit wenigen Fähigkeiten beeinflussen kann, reicht ein schlechter Wurf gegen einen vermeintlich unterlegenen Gegner, der zufällig einen guten Wurf landet, aus, um im schlimmsten Fall die gesamte Gruppe zu verlieren. Diese Ungbarkeiten können auch bei den Begegnungen auftreten: „Mache eine Probe auf den Wert X. Misslingt sie, ist der Held tot.“ Gerade wenn man schon viele Stunden in eine Spielrunde investiert hat, wirkt dies schlecht ausbalanciert. Zwar gibt es die Möglichkeit, in Städten neue Abenteurer anzuwerben, doch ein Trank des Lebens kann helfen, solche Frustrationen abzumildern und dem Spiel mehr Ausgewogenheit zu verleihen.

Wichtiger ist jedoch die Frage: Macht das Spiel Spaß? Und ist es auch für weniger erfahrene Rollenspieler geeignet? Hier kann ich mit einem klaren „Ja“ antworten. Das Spiel läuft flüssig, bleibt spannend und sorgt mit den richtigen Mitspielern r reichlich Unterhaltung. Immer wieder denkt man: „Was erwartet mich wohl als nächstes? Werde ich den Kampf schaffen? Soll ich ins nächste Gebiet aufbrechen oder erst weiter leveln?“ Es gibt viel zu entdecken! Pro Gebiet stehen bis zu angeblich 100 verschiedene Begegnungen zur Auswahl, wenn auch deren Vielfalt etwas oberflächlich bleibt. Da viele Begegnungen in bestimmte Zahlenbereiche eingeteilt sind beispielsweise zählen Ergebnisse von 94 bis 97 als dieselbe Begegnung, so wirkt die Anzahl vielfältiger, als sie am ende tatsächlich sind. Dennoch laden über 20 Gebiete und zahlreiche Verliese dazu ein, neugierig diese zu erkunden und zu erforschen. Auch wenn manche Herausforderungen etwas banal sind, wie einer Oma die Einkaufstasche zu tragen (Hähhh ?), gibt es dafür wiederum herrlich skurrile Momente. Ein Beispiel etwas ist ein Kampf gegen eine Riesenschnecke, deren Schleim ein Kleriker zu einem Schnelligkeitstrank verarbeiten kann. Solche Erlebnisse sorgen dafür, dass man motiviert bleibt und sich denkt: noch eine Begegnung... und dann noch eine...

Abschließend lässt sich sagen, dass ich wohl kaum empfehlen würde, dieses Spiel als Hauptattraktion eines Spieleabends zu wählen oder es zum vollen Preis zu kaufen. Dennoch hat es seinen Reiz, einige Stunden in der richtigen Gesellschaft damit zu verbringen, vor allem wenn diese dazu beiträgt, manche Ereignisse spannend und unterhaltsam auszuschmücken. So bleibt einem mehr, als nur einer Oma zu helfen oder die viel zu kurzen Textpassagen vorzulesen. In diesem Fall werdet auch ihr sicherlich euren Spaß daran haben.

Dennoch das Spiel eignet sich sowohl für erfahrene Rollenspieler als auch für solche, die bislang keinen Bezug zu dieser Art von Spiel haben. Ich habe es sowohl mit Erwachsenen als auch mit meinen Kindern gespielt, und alle waren gleichermaßen begeistert. Besonders für Kinder sehe ich einen großen pädagogischen Wert. Mein Sohn, den ich normalerweise nur schwer vom Handy wegbekomme und kaum zum Lesen motivieren kann, wollte freiwillig weiterspielen und am liebsten alle Begegnungen selbst vorlesen. Selbst eingefleischte Eurogame-Fans wie meine Tochter konnte ich schnell für ein Abenteuer in Ultimor gewinnen. Daher lässt sich bei Kindern ein hoher pädagogischer Wert erkennen, da sie zum Lesen und zur aktiven Teilnahme motiviert werden. Das gemeinsame Spielen fördert nicht nur den Zusammenhalt, sondern auch die Konzentration und Teamarbeit.

Ultimor nach dem Upgrade


 

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